24. Februar 2022 Tagung/Konferenz Antisemitismus in der (post)migrantischen Gesellschaft

Eine Konferenz der Interdisziplinären Antisemitismusforschung Trier

Information

Veranstaltungsort

Online

Zeit

24.02.2022, 08:00 - 18:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Neonazismus / Rassismus

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Die Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung Trier veranstaltet am 24. Februar 2022 eine interdisziplinäre Konferenz zum Themenkomplex Antisemitismus in der (post)migrantischen Gesellschaft, die wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Perspektiven zusammenbringen will.

Die Konferenz soll Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Forschungsdisziplinen und Akteur:innen aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen Arbeitskontexten vernetzen und den Themenkomplex anhand unterschiedlichster Zugänge erschließen (historisch, pädagogisch, praktisch-empirisch, politikwissenschaftlich, soziologisch etc.). Wir freuen uns besonders über Beiträge von Nachwuchswissenschaftler:innen.

Ziel der Konferenz ist es, einen Beitrag zur kritischen Auseinandersetzung mit gegenwärtigen und historischen Erscheinungsformen, Ursachen und Lösungsansätzen des Antisemitismus in der (post)migrantischen Gesellschaft zu leisten. Die eintägige Konferenz findet in Kooperation mit Herrn Dieter Burgard (Beauftragter für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen bei der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz), dem Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration Rheinland-Pfalz, der Forschungs- und Dokumentationsstelle SEAL und dem Arbeitskreis „Erinnerung der Großregion“ e.V. in Trier statt.

Die Konferenz findet online statt, die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

1. Anspruch der Konferenz

Forschung, die sich dem Phänomen des Antisemitismus in der (post)migrantischen Gesellschaft widmet, gerät gesellschaftlich immer wieder in die Kritik. Sie fördere Rassismus gegenüber Benachteiligten und diene rechtspopulistischen Strömungen wie der AfD als Munition für ihre menschenfeindlichen Positionen. Aus dieser Logik heraus wird die Existenz von Antisemitismus bisweilen bestritten bzw. relativiert und zu einem Randgruppenphänomen erklärt, um nicht einer rassistischen Diskriminierung Vorschub zu leisten.

Anstatt die mangelnde Auseinandersetzung mit Antisemitismus in der (post)migrantischen Gesellschaft jedoch auf ein Zusammenfallen von Opportunismus und Bequemlichkeit zurückzuführen, erklären sich andere diese blinden Flecken der Antisemitismusforschung mit verschwörungsmythologischen Elementen, die diese Leerstellen ausschließlich auf eine vermeintlich regierungskonforme Agenda zurückführen.
Im Unterschied zu solchen Positionen sind wir der Ansicht, dass eine adäquate Erkenntnis des Gegenstandes, des Antisemitismus, essentiell für seine Bekämpfung ist. Forschungsansätze, die aus einer politischen Absicht heraus bestimmte Probleme nicht ansprechen, halten wir für kontraproduktiv. Mehrfachdiskriminierung mitzudenken, ohne Antisemitismus dadurch zu entschuldigen, wäre demgegenüber Anliegen einer Antisemitismusforschung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Antisemitismus abzuschaffen.

Die Konferenz möchte zu einem Verständnis des Problems beitragen, das der Komplexität des Gegenstands gerecht wird, ohne dabei in essentialistische Verallgemeinerungen zu verfallen oder die Problematik apologetisch zu relativieren.

2. Konzept der Konferenz

Die Konferenz verfolgt einen diskursorientierten Ansatz, der die intensive inhaltliche Diskussion von vorab formulierten Beiträgen ermöglichen soll (s. Zeitplan). Die Konferenz ist zu diesem Zweck in Panels aufgeteilt, die jeweils von einer Panelleitung moderiert werden. Zu Beginn eines jeden Panels erhalten die Autor:innen der ausgewählten Paper die Möglichkeit, kurz (max. 5 min) die Thesen des eigenen Beitrages zu umreißen. Anschließend wird auf der Basis des Beitrags diskutiert. Im Anschluss an die Konferenz sollen die Konferenzbeiträge vor dem Hintergrund der in den Diskussionen gewonnen Erkenntnissen bzw. weiterhin bestehender Kontroversen überarbeitet werden. Diese Beiträge sollen abschließend in einem Sammelband veröffentlicht werden.

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz

Telefon: +49 6131 6274703