Nachricht | Ungleichheit / Soziale Kämpfe - Geschlechterverhältnisse "Von Marx bis heute - Frauen und Geschlechterverhältnisse"

Teil I: Flora Tristan. Mitschnitte der Tagung in Mainz vom Mai 2016 als Appetit-Häppchen zum Jahresbeginn

Flora Tristan

Die Rosa-Luxemburg-Stiftung freut sich, nach fast einem Jahr nun auch die Mitschnitte der Beiträge die auf der Tagung "Von Marx bis heute - Frauen und Geschlechterverhältnisse" präsentiert wurden.
Der erste Beitrag der vorgestellt wird ist der fesselnde Vortrag von Gisela Blomberg, deren Referat sich der Frühsozialistin "Flora Tristan -  eine feministische Vorläuferin von Marx und Engels" widmete. Das Video findet sich hier.

Flora Tristan verarbeitete ihre Erfahrungen als alleinstehende, erwerbstätige Frau in ihren Schriften. Auf ihren Reisen besuchte sie Fabriken, Ghettos, Gefängnisse und Bordelle und schrieb darüber Reiseberichte und Reportagen. 1839 besuchte sie englische Industriestädte und informierte sich über die Lebensumstände der Arbeiterklasse im Manchester-Kapitalismus.

Ende 1843 und das Jahr 1844 hindurch reiste Flora Tristan rastlos per Postkutsche und Schiff kreuz und quer durch Frankreich und hielt Vorträge, um die Arbeiter_Innen zu überzeugen, sich zu organisieren. Sie war ständigen Repressionen und Bespitzelungen durch die Polizei ausgesetzt; die konservative Presse verspottete sie. 
In Bordeaux brach sie vor Erschöpfung zusammen und starb kurz darauf im Alter von 41 Jahren am 14. November 1844 an Typhus. Ihr Grab befindet sich auf dem Cimetière de la Chartreuse in Bordeaux.

Flora Tristan war eine Zeitgenossin von und in ihren Überzeugungen verbunden mit George Sand, Victor Hugo, Henri de Saint-Simon und Charles Fourier.
Die Referentin Gisela Blomberg reiste aus Düsseldorf an, ist Wirtschaftsinformatikerin und Historikerin und Mitglied der Marx-Engels-Stiftung.
Ihren Beitrag stellt sie wie folgt vor:
"Als ich vor 20 Jahren auf das Buch von Gerhard Leo über Flora Tristan stieß, war mein Interesse sofort geweckt. 
Es geht in meinem Beitrag nicht nur um das „abenteuerliche Leben der Flora Tristan“ - so der Untertitel bei Leo – sondern besonders um ihre Vorstellungen von der Gleichberechtigung der Frauen und der Emanzipation der Arbeiterklasse. Schon ein halbes Jahrzehnt vor dem Kommunistischen Manifest verteidigte Flora Tristan die Auffassung, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter sich nur selbst befreien können und dafür eine starke Organisation notwendig sei. Während Marx und Engels auf Flora Tristan nicht näher eingingen, urteilte Clara Zetkin: „als Kämpfende für der Menschheit große und größte Dinge hat Flora Tristan Heimatrecht im Weltproletariat erobert, dem sie diente“ .

Aufzeichnung des Vortrages auf der Tagung:
Von Marx bis heute – Frauen und Geschlechterverhältnisse
am 21. Mai 2016 in Mainz (Wolfgang-Capito-Saal)

Eine Kooperationsveranstaltung der
Rosa-Luxemburg-Stiftung,
Marx-Engels-Stiftung und der
Jenny Marx Gesellschaft.

2017 erinnern wir an 150 Jahre "Das Kapital" und 2018 stehen die Feierlichkeiten zu Karl Marx 200sten Geburtstag an.
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